Abschied und Rueckkehr

Posted by derria8 on 20 Juli, 2009 19:49

Ja, und da war er nun: Der Zeitpunkt meines Abschieds von Mexico. Und meiner Rueckkehr vom amerikanischen Kontinent nach Europa. Und (beinahe schon) des Endes meines Sabbaticals. Den meisten Leuten in meinem Hostel war das ziemlich wurscht...

Ich verbrachte eine Stunde in der Metro, um an den Flughafen von Mexico-City zu gelangen, dann zehn Stunden im Flieger nach Amsterdam. In "Schiphol" musste ichdrei Stunden auf meinen Weiterflug nach Muenchen warten und konnte dabei die himmelblauen Flieger von KLM durch die Fenster bewundern.

Am Flughafen in Muenchen erwarteten mich wunderbare Freunde: Birgit und Stefan, die ich schon seit elf Monaten nicht mehr gesehen hatte. Sie brachten mich gluecklich zurueck nach Regensburg. Dort konnte ich im Biergarten einen letzten, schoenen, warmen Abend geniessen. Und mit den Kollegen gleich den neuesten Schulklatsch, alle moeglichen Geruechte - und ihre Ferienplaene besprechen.

Ja, und damit ist nicht nur (fast schon) mein Sabbatical, sondern auch dieser Internet-Blog beendet. Ich werde in naechster Zeit renovieren, in meine Wohnung einziehen und versuchen, mich an deutsche Gruendlichkeit, Ordnung und Regeln zu gewoehnen....

Meinen fleissigen Bloglesern danke ich hiermit recht herzlich. Schoen, das alles nicht nur fuer mich alleine erstellt zu haben. Bis bald.

Daniela

Aktivitaeten in Mexico-City (2)

Posted by derria8 on 20 Juli, 2009 19:09

Ausser den vielen Museen gibt es in Mexico-City auch den mexikanischen Familien- und Volkssport "La Lucha (= Wrestling)" zu sehen. Da darf man zwar nicht fotografieren, aber man kann sich eine bunte Maske kaufen und dann im Hostel mit seinen Mitbewohnern kaempfen.

 

Etwa eineinhalb Stunden suedlich des Stadtzentrums befindet sich der Stadtteil "Xochimilco" (ausgesprochen "Sotschimilko"). Hier gibt es noch Reste des Sees, in dessen Mitte Tenochtitlan, die Hauptstadt der Azteken, gegruendet wurde. Eigentlich handelt es sich bei diesen Resten um ein Geflecht von Kanaelen mit insgesamt 180 km Laenge, auf denen man sich von bunten Booten rumschippern lassen kann. Fast so wie in Venedig!


Jedes der Boote ist gelb und rot gestrichen. Alle haben einen weiblichen Namen, manche haben "Mariachi"-Musiker an Bord und keines einen Motor. Ausnahmslos jedes wird vorwaerts gestakt durch die Muskelkraft starker Maenner.

 

 

 

Frida Kahlo und Diego Rivera

Posted by derria8 on 18 Juli, 2009 19:24

Bei Frida Kahlo und Diego Rivera handelt es sich wohl um eines der bekanntesten Kuenstler-Ehepaare der Welt.

Sie heirateten nach einer Scheidung ein zweites Mal und lebten und arbeiteten einige Jahre in diesem Gebaeudekomplex:

Diego wohnte im weiss-roten Gebaeude, Frida im blauen (wobei es sich hier nicht um das bekannte "Blaue Haus" der Kuenstlerin handelt). Jeder hatte hier seinen eigenen Eingang, ein eigenes Schlafzimmer und ein eigenes, lichtdurchflutetes Atelier. Durch eine Bruecke im Obergeschoss waren die beiden Haeuser miteinander verbunden. Getrennt, aber doch gemeinsam wohnen. Ziemlich modernes Eheleben fuer die 50er Jahre...

Frida Kahlo wurde zwar in Mexico geboren, ist aber deutscher Abstammung. Ihr Vater wanderte Anfang des Jahrhunderts aus. Sie ist die bekannteste Kuenstlerin Mexicos und ihre surrealistischen Bilder werden zu Hoechstpreisen gehandelt. Ihr Geburts- und Sterbehaus, das "Blaue Haus", befindet sich ein paar Kilometer suedlich ihres spaeteren Wohnhauses, im Stadtteil "Coayacan". Hier ist das "Frida Kahlo-Museum" untergebracht.

Diego Rivera hat nicht nur monumentale Wandbilder angefertigt, sondern sich auch als einer der Ersten fuer praekolumbianische Kunstwerke interessiert und sie gesammelt. Er hat ein ziemlich pompoeses Monstrum von Haus errichten lassen, um sie dort auszustellen. Es wurde allerdings erst nach seinem Tod fertiggestellt und kann heute mit einer Fuehrung besichtigt werden:

 

Aktivitaeten in Mexico-City (1)

Posted by derria8 on 18 Juli, 2009 18:45

In der groessten Stadt der Welt gibt es ueber 200 Museen zu besichtigen. Am Sonntag kosten viele davon keinen Eintritt. Eines ist das "Museo Nacional de Arte".

Hier gibt es schoene Maenner...

... und Mexicos Gruendungssage und heutiges Wappenbild als Fensterscheibe:

 

Im "Palacio de Bellas Artes" ...

... kann man zur Zeit eine Ausstellung der Art-Deko-Gemaelde von Tamara de Lempiztka besuchen. Diese Kuenstlerin war aus polnischem Adel. Sie lebte u.a. in der Schweiz, in Paris und spaeter in Mexico. Ihre Asche wurde auf dem Popocatepetl verstreut:

Die Innenwaende des Palacio de Bellas Artes zieren monumentale Wandbilder von Diego Rivera:

Ein paar Blocks weiter, im "Templo Major" in der Naehe der Kathedrale, kann man die Ueberreste der alten Aztekenhauptstadt "Tenochtitlan" bewundern:

Das Gelaende ist heutzutage ziemlich schief, weil die Gebaeude auf lehmigem Untergrund gebaut wurden und durch ihr Eigengewicht nach und nach darin versinken. Zwischen "Templo Major" und der Kathedrale gehen aztekische Schamanen ihren Reinigungsritualen nach: Einige (Maenner und Frauen!) tanzen in wilden Kostuemen zu Trommelmusik...

... waehrend ihre Kollegen die Schlange stehenden Glaeubigen durch Weihrauch-Einraeucherung und Zweigschlaege von boesen Geistern befreien:

Nach all dem Rumlaufen und Rumschauen in der groessten Stadt der Welt ist man ziemlich kaputt - und erholt sich mit den Freunden aus dem Hostel bei einem guten Kaffee.

 


 

Mexico-City - Museo Nacional de Antropologia

Posted by derria8 on 18 Juli, 2009 17:57

Das groesste und wichtigste Museum Mexicos ist das "Museo Nacional de Antropologia" nahe des Parque Chapultepec. Hier gibt es intensivste Informationen ueber die Besiedlung Mesoamerikas und ueber die verschiedenen Zivilisationen, die im Laufe der letzten Jahrhunderte hier gelebt haben.Gleich am Museumseingang begruesst einen die 60 Tonnen schwere Steinskulptur des Regengottes "Tlaloc".

Als sie in den 70er Jahren hierher transportiert wurde, ging doch glatt eineinhalb Stunden lang ein sintflutartiger Regen ueber der Stadt nieder.

Neu an mesoamerikanischer Kultur waren fuer mich u.a. die riesigen Atlanten...

 

... Olmekenkoepfe... (Die findet man eigentlich in Veracruz, einem mexikanischen Bundesstaat an der Kueste des Golfes von Mexico - und da war ich nicht.)...

 

... und der riesige, so genannte "Aztekenkalender", bei dem es sich eigentlich um einen Opferaltar handelt.

 

 

 

 

Teotihuacan - die Stadt der Goetter

Posted by derria8 on 11 Juli, 2009 19:22

Ein Ausflugsziel in der naeheren Umgebung von Mexiko-City sind die Ruinen von Teotihuacan, der "Stadt der Goetter". Um dahin zu gelangen, nimmt man die Metro bis zum noerdlichen Busbahnhof und faehrt dann noch einen Stunde lang in ein Seitental des "Valle de Mexico". Wir hatten waehrend der Fahrt "Mariachi"-Livemusik an Bord.

 

Teotihuacan war mit an die 150000 Einwohnern Mexikos groesste altertuemliche Stadt und wurde im Jahr 100 vor Chr. gegruendet. Hier befindet sich die dritthoechste Pyramide der Welt, die "Pyramide del Sol" - die Sonnenpyramide. Sie misst an jeder Seite 222 m und man kann sie ueber 248 Stufen erklettern, was bei der stechenden Sonne und der Hoehe (2300 m ueber NN) nicht so ganz einfach ist. Von oben hat man dann allerdings einen guten Ueberblick ueber die ganze Anlage und die "Pyramide de la Luna", die Mondpyramide.

Auf der Spitze der Sonnenpyramide trifft man ziemlich viele New-Age-Anhaenger, die mit emporgereckten Armen die Energie aufsaugen wollen, die hier konzentriert sein soll. Dabei summen sie auch noch ganz laut "Ommmmmm"... Verrueckte Typen. Beim Runtergehen dann muss man wegen des Gefaelles etwas aufpassen. Vor allem, wenn man, wie meine Begleiterin Yu-Jin aus Korea, ziemlich kurze Fuesse hat.

Ausser den zwei grossen Pyramiden gibt es in Teotihuacan noch den "Templo de Quetzalcoatl" zu besichtigen. "Quetzalcoatl", die "gefiederte Schlange", war die Hauptgottheit der Azteken. Das Gebaeude ist mit schoenen Steinmetzarbeiten dekoriert.

Dem Ausgrabungsgelaende angegliedert sind mehrere Museen, in denen man u.a. weitere Steinmetzarbeiten begutachten kann, die vor den Wetterverhaeltnissen - und vor Pluenderern - in Sicherheit gebracht wurden. Darunter sind ganz lustige Exemplare.

Bei der Rueckfahrt in die Stadt konnte ich bemerken, dass es in Mexiko etwas weltweit Einzigartiges gibt, naemlich nur fuer Frauen und Kinder reservierte Metro-Wagen. Das ist bei dem Gedraenge zur Rush-Hour ziemlich angenehm.

 

Mexico-City - Innenstadt

Posted by derria8 on 11 Juli, 2009 19:11

Als weitere Sehenswuerdigkeit kann man z.B. den Postpalast nennen. Der ist ueberall mit Gold verkleidet (von den Azteken?) und wird scharf bewacht.

Ausserdem gibt es unendlich viele Kunstgalerien...

... alternative Fortbewegungsmittel...

... und die "Torre Latinoamericana". Dieses Hochhaus war frueher mit seinen 42 Stockwerken das hoechste Gebaeude der Stadt. Mittlerweile gibt es hoehere, aber nicht im Zentrum. Hier ist es das einzige.

Man kann - wie aufs Empire State Building - hochfahren und einen Blick auf die groesste Metropole der Welt erhaschen. Ich war nachts oben. Man kann die Grenzen der Stadt praktisch nicht erkennen...

 

Mexico-City - "Catedral" und "Palacio Nacional"

Posted by derria8 on 11 Juli, 2009 18:33

Hier bin ich nun - in der mit 20 Millionen Einwohnern groessten Stadt der Welt. Die letzte Woche meines Sabbaticals wollte ich hier verbringen. Mein Besichtigungsprogramm begann mit dem historischen Zentrum der Stadt. Zunaechst mal ist da die Kathedrale.

In ihrem Inneren sieht man vor allem viele vergoldete Altaere, wobei man auch auf einen schwarzen (!) Jesus am Kreuz trifft. Der soll die Glaeubigen von diversen Vergiftungen heilen koennen.

Die Tuerme der Kathedrale kann man besteigen. Nach 60 steinernen Stufen einer Wendeltreppe gelangt man auf das Dach und kann die ueber 30 tonnenschweren Glocken sehen, die in jedem der Tuerme haengen.

Sie werden jede Stunde per Hand gelaeutet. Da geht noch nichts mechanisch. Die Gloeckner schuetzen sich mit Kopfhoerern ueber den Ohren vor dem Gebimmel und kennen die Abfolge der Seilzuege aufwendig.

Vom Dach der Kathedrale hat man einen Ueberblick ueber den "Zocalo", den groessten offenen, innerstaedtischen Platz der Welt. An seiner Ostseite steht das Regierungsgebaeude, der "Palacio Nacional".

Den kann man besichtigen, indem man einfach seinen Ausweis vorzeigt. Im Treppenhaus dort befinden sich die monumentalen Wandgemaelde von Diego Rivera, die zwischen 1929 und 1935 entstanden sind und die Geschichte Mexicos von ihren Urspruengen bis ins 20. Jahrhundert darstellen.

 

Man ist schon fleissig am Restaurieren, weil die bunten Farben mittlerweile verblasst sind.

 

 

 

Morelia

Posted by derria8 on 11 Juli, 2009 18:11

Auf halber Strecke zwischen Guadalajara und Mexiko-City liegt Morelia, Hauptstadt des mexikanischen Bundesstaates Michoacan. Um nicht wieder mal eine Nacht im Bus schlafen zu muessen, beschloss ich, fuer eine Nacht einen Zwischenstopp einzulegen. Und der Aufenthalt dort war es wert. Morelia ist UNESCO-Weltkulturerbe, weil die Innenstadt seit 300 Jahren ihren kolonialen Charakter bewahren hat koennen. Man findet eine der schoensten Universitaeten des Landes, untergebracht in schoenen Gebaeuden mit gruenen Innenhoefen...

... und schattigen Kolonnadengaengen.

 

Die Studenten koennen in ihrer Bibliothek in uralten, verstaubten Schinken schmoekern, die in Holzregalen mit geschnitzten Verzierungen untergebracht sind. Das Gebaeude war mal eine Jesuitenkirche.

Kein Vergleich mit den Betonbunkern der Universitaet von Regensburg...

Die Waende der Regierungsgebaeude von Morelia sind wieder mit heroischen Monumentalgemaelden geschmueckt.

Ausserdem kann man abends an einer Legenden-Tour teilnehmen, wo einem Gruselgeschichten aus der Stadtgeschichte erzaehlt werden. Dabei sieht man die schoen erleuchteten, historischen Gebaeude...

... und lauscht den Erzaehlungen von Luis ueber die schoene, unglueckliche Isabella, die von ihrer boesen Stiefmutter im Keller eingesperrt wurde und dort verhungern musste...

... ueber den Zauber, der Verliebte fuer immer aneinanderbindet, wenn sie das Aquaeduct der Stadt in seiner ganzen Laenge Hand in Hand abschreiten und sich dabei unter jedem der 253 Boegen kuessen...

... und ueber eine unglueckliche Selbstmoerderin und einen verschwundenen Moench (Hat ihn der Teufel geholt? Oder ist er einfach nur mit einer Frau, in die er sich verliebt hatte, auf und davon?) Insgesamt war der Zwischenstopp in Morelia sehr unterhaltsam.

 

 

Tour nach Tequila

Posted by derria8 on 07 Juli, 2009 00:31

Die Gegend um Guadalajara ist nicht nur wegen ihres Mariachi beruehmt, sondern auch wegen des mexikanischen Nationalgetraenks, das hier in rauen Mengen produziert wird: echter Tequila. Nur der Agavenschnaps, der rund um die Kleinstadt Tequila (50 km von Guadalajara entfernt) gebraut wird, darf sich so nennen. Ausserdem ist die Grundlage von Tequila die "blaue Agave", also eine andere Agavenart als die fuer den Mescal (vgl. meine Artikel zu "Oaxaca").

Ich habe mir auf einer Tour die aelteste (und edelste) Tequilabrennerei des Landes angeschaut, "Mundo Cuervo". In der geschmackvoll gestalteten Hacienda werden zunaechst mal gut restaurierte, antike Autos ausgestellt, die im Dienste der Familie standen.

Ausserdem kann man bei der Fuehrung durch das Gelaende Stuecke von gekochten Agavenherzen probieren:

Sie schmecken ganz suess und wuerzig. Im Herstellungsprozess werden sie maschinell gepresst, nicht mehr mit Muehlstein und Pferd wie frueher. Aus ihrem Saft entsteht dann beim Gaeren und Destillieren der gute mexikanische Schnaps. Diesen lagert man z.T. auch in Eichenfaessern, wie guten Whisky.

Dadurch bekommt er dann eine goldene Farbe ("brauner Tequila") und einen sanfteren Geschmack. Auf alle Faelle durften wir waehrend und nach der Tour etliche Kostproben zu uns nehmen, weshalb wir bei der Rueckfahrt nach Guadalajara alle gut gelaunt und froehlich waren.  

 

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